Stadt Payerne - Fernwärme - Archäologische Begleitung und Rettungsgrabungen - Phasen 1 bis 8 - 2026-2028
Archäologische Begleitung (Überwachung von Erdarbeiten, Grabungen und archäologische Dokumentation) und archäologische Analyse der Bausubstanz. i. Die Intervention der Phase 1 und ihre Erkenntnisse Die Altstadt von Payerne ist in der kantonalen archäologischen Region eingetragen und weist ein archäologisches Potenzial von höchstem Rang auf, belegt durch historische Quellen und frühere Interventionen. Die Stiftskirche von Payerne, ein Kluniazensermonument von europäischer Bedeutung, bildet den Kern eines mittelalterlichen Stadtgewebes, dessen stratigraphische Dichte zu den reichsten des Kantons gehört. Das Fernwärmeprojekt (CAD) in der Altstadt von Payerne führte zu einer ersten Ausschreibung (CAMAC Nr. 240610) für Anschlussarbeiten im Bereich Derrière La Tour (Rue de la Tour, Rue Derrière la Tour und Chemin Neuf). Die CAMAC-Synthese Nr. 240610 vom 15. Juli 2025 war positiv. Sie umfasste die Sondergenehmigung der Kantonalen Archäologiebehörde (DAC), die eine archäologische Begleitung mit Überwachung von Erdarbeiten, umfangreichen Grabungen und archäologischer Dokumentation vorsah, um zu überprüfen, dass das Projekt keine schutzwürdigen Elemente im Sinne der Art. 3 und 4 des Gesetzes über den Schutz des Kulturgutes (KGG; BLV 451.16) beeinträchtigt und erforderlichenfalls Massnahmen zu definieren. Diese archäologische Begleitung begann 2025 und wurde Anfang 2026 fortgesetzt. Das entsprechende Mandat in Höhe von CHF 57'022.– zzgl. MwSt. wurde der Firma Archéotech SA übertragen, die über anerkannte Fachkompetenz in archäologischen Grabungen und Bauanalysen der Mittelalterperiode verfügt. Diese Massnahme verlief zur vollständigen Zufriedenheit aller beteiligten Parteien. ii. Die globale Erweiterung des Projekts und seine archäologische Dimension Inzwischen betraf eine zweite Ausschreibung (CAMAC Nr. 241396) die Erweiterungen des Fernwärmenetzes unter der Grand'Rue, der Rue du Temple, der Place de la Concorde, der Rue de la Gare und der Rue de la Boverie. Die entsprechende CAMAC-Synthese vom 21. August 2025 war positiv und integrierte die gleichen archäologischen Begleitungsbedingungen der DAC. Nach Erhalt eines ersten Kostenvoranschlags von Archéotech SA für den ersten Teil dieses Abschnitts (Grand'Rue, CHF 57'455.– zzgl. MwSt.) kam die DAC zu dem Ergebnis, dass das Projekt nicht mehr etappenweise bearbeitet werden konnte und nun als Gesamtheit betrachtet werden musste. Austausche zwischen der Stadt Payerne als Bauherrin und der DAC im Herbst 2025 zeigten, dass das gesamte Projekt 8 Phasen von 2026 bis 2028 umfasst, wobei mehrere Phasen in einzelnen Jahren parallel ablaufen. Das archäologische Potenzial der Erweiterungen ist erheblich höher als das der bereits abgeschlossenen Phase 1. Die betroffenen Strassen bilden das Rückgrat des historischen Zentrums der mittelalterlichen Stadt Payerne: sie enthalten zahlreiche zu erwartende Überreste, sowohl im Untergrund als auch in den Fassaden der angrenzenden Gebäude, von denen einige nachgewiesenes archäologisches Interesse aufweisen. Der Gesamtkostenvoranschlag von Archéotech SA vom 21. November 2025, der alle Projektphasen, die damit verbundenen archäologischen Grabungen, die archäologische Bauanalyse und die Ausarbeitung eines zusammenfassenden abschliessenden archäologischen Berichts abdeckt, beläuft sich auf CHF 1'213'000.– zzgl. MwSt. Angesichts der Schwelle von CHF 350'000.– zzgl. MwSt. für Dienstleistungen, die internationalen Verträgen unterliegen, ist dieses Geschäft dem offenen internationalen Verfahren unterworfen. Nach den Schlussfolgerungen des Erläuterungsberichts – auf Anfrage verfügbar – sind die Bedingungen für eine Vergabe im Wege der Ausnahmeverhandlung gemäss Art. 21 Abs. 2 Bst. c) und e) A-IMP (BLV 726.91) erfüllt, daher wird das Geschäft auf diese Weise an Archéotech SA vergeben.