Der Kanton Aargau zählt zu den bevölkerungsreichsten und bauaktivsten Kantonen der Deutschschweiz. Als klassischer Pendlerkanton im Einzugsgebiet Zürichs mit anhaltend starkem Bevölkerungswachstum liegen die Schwerpunkte bei Schulhausbauten, Gemeindeinfrastruktur und Wohnüberbauungen. Städte wie Baden, Aarau, Wettingen, Brugg, Rheinfelden, Zofingen und Lenzburg treten regelmässig als Auftraggeberinnen auf. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt begleitet Gemeinden bei der Vorbereitung von Wettbewerben und legt Wert auf qualitätsorientierte Verfahren.
Der Kanton Aargau setzt auf offene Projektwettbewerbe nach SIA 142 und betont bei öffentlichen Bauten nachhaltige Bauweise und Energieeffizienz. Selektive Studienaufträge nach SIA 143 kommen bei städtebaulich komplexeren Projekten zum Einsatz. Schulhausbauten, oft als Erweiterungen oder Ersatzneubauten mit integrierten Tagesstrukturen, machen den grössten Anteil aus, gefolgt von Gemeindezentren, Sporthallen, Freibädern und kommunalen Verwaltungsgebäuden. Energetische Sanierungen bestehender öffentlicher Gebäude sind ein wachsendes Ausschreibungssegment.
Im Industriegebiet Limmattal, im Raum Baden-Wettingen und entlang der Aare entstehen zunehmend Transformationsprojekte, die Gewerbe- und Wohnnutzungen verbinden. Die Pädagogische Hochschule FHNW und die Hochschule für Technik FHNW, beide mit Standorten in Brugg-Windisch, sind als regionale Bildungsinstitutionen wiederkehrende Auftraggeberinnen. Die hohe Anzahl ausschreibungsaktiver Gemeinden macht Aargau zu einem wichtigen, oft unterschätzten Architekturmarkt der Nordwestschweiz.